Holzbau
Als nachhaltige und zukunftsorientierte Bauweise bietet der Holzbau optimale Lösungen für ökologisches und energieeffizientes Bauen. Unsere erfahrenen Ingenieure entwickeln innovative Tragwerkskonzepte, die die natürlichen Eigenschaften des Werkstoffs Holz optimal nutzen und dabei höchste statische Anforderungen erfüllen.
Konzeptentwicklung und Vorplanung
- Entwicklung individueller Tragwerkskonzepte im Holzbau
- Abstimmung mit Architektur und Bauherren
- Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Ökologie
- Variantenuntersuchungen und Machbarkeitsstudien
- Integration bauphysikalischer Anforderungen
Statische Berechnung und Detailplanung
- Erstellung prüffähiger statischer Berechnungen
- Bemessung von Holzbauteilen und Verbindungsmitteln
- Planung von Anschlussdetails und Tragwerksknoten
- Werk-, Montage- und Ausführungspläne
- Einsatz moderner Berechnungssoftware
Begleitung der Bauausführung
- Fachliche Unterstützung während der Bauphase
- Prüfung der Umsetzung auf Übereinstimmung mit der Planung
- Beratung bei technischen Fragen und Änderungen
- Qualitätssicherung vor Ort
- Dokumentation und Abnahmebegleitung
Für tragende Bauteile im Holzbau kommen hauptsächlich Konstruktionsvollholz (KVH), Brettschichtholz (BSH), Brettsperrholz (BSP) und Massivholz zum Einsatz.
- KVH ist getrocknet und keilgezinkt, ideal für sichtbare und standardisierte Konstruktionen.
- BSH besteht aus verleimten Lamellen und erlaubt große Spannweiten bei hoher Formstabilität.
- BSP (CLT) ist kreuzweise verleimt und wird für großflächige Wand-, Decken- und Dachelemente verwendet.
- Massivholz findet vor allem in traditioneller Bauweise wie dem Blockbau Anwendung.
Die Auswahl richtet sich nach statischen Anforderungen, Feuchteschutz und architektonischem Anspruch.
Grundlage ist der Eurocode 5 (DIN EN 1995-1-1), ergänzt durch nationale Anhänge. Für den Brandschutz gilt DIN EN 1995-1-2.
Weitere wichtige Normen:
- DIN 68800 für konstruktiven und chemischen Holzschutz
- DIN EN 1990 – 1991 für Lastannahmen
Diese Normen regeln die Bemessung, Ausführung und Dauerhaftigkeit von tragenden Holzkonstruktionen.
Die Tragfähigkeit wird durch rechnerische Nachweise für Biegung, Druck, Zug, Querkraft, Knicken und Kippen ermittelt.
Dabei werden auch Dauerlasten, Feuchtebedingungen und Kriechverhalten berücksichtigt.
Verbindungsmittel wie Schrauben oder Bolzen werden separat nachgewiesen. Die Berechnung erfolgt normgerecht mit Sicherheitsbeiwerten und Teilsicherheitsfaktoren für Material und Einwirkungen.
Verbindungen werden mit mechanischen Mitteln wie Nägeln, Schrauben, Bolzen, Stahlverbindern oder klassischen Zimmermannsverbindungen hergestellt. Jede Verbindung muss nach Eurocode 5 bemessen werden – mit Fokus auf Tragfähigkeit, Verformung und Versagensmechanismen. Zudem ist auf Krafteinleitung, Montierbarkeit und Korrosionsschutz zu achten.
Holz brennt, aber berechenbar: Die Verkohlungsschicht schützt das restliche Querschnittsholz. Gemäß DIN EN 1995-1-2 wird mit Abbrandraten gearbeitet, um die Feuerwiderstandsdauer (REI 30, 60, 90) zu erfüllen. Zusätzliche Kapselungen oder größere Querschnitte ermöglichen auch höhere Brandschutzanforderungen.
Holz ist hygroskopisch: Es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie ab – was zu Quellen und Schwinden führt. Dauerhafte Feuchte reduziert die Tragfähigkeit und kann zu Verformungen führen. Daher werden Bauteile in Nutzungsklassen (NKL 1–3) eingeteilt, die unterschiedliche Anforderungen an den Feuchteschutz und Bemessung stellen.
Im Holzrahmenbau wirken Wände und Decken tragend und aussteifend. Die Beplankung mit OSB-Platten, Gipsfaserplatten oder anderen Materialien ist oft statikrelevant und muss in der Bemessung berücksichtigt werden. Eine präzise Planung der Lastabtragung und der Verbindungspunkte ist hier besonders wichtig.